Werkstatt und …

Es ist sicher richtig, einem Hungrigen zu essen zu geben. Es ist sicher nicht falsch, einen Nackten zu kleiden. Das aber reicht nicht. Wir müssen alles daran setzen, dass er sich selber helfen kann, ihn befähigen, dass er den eigenen Teller und später den der anderen füllen kann – und bereit ist, das Eigene zu teilen!


Wer bei uns bleiben will, muss mit unserer Hilfe selbständig werden wollen.
Es gibt in Salvador keine Lehre wie bei uns: Theorie und Praxis. Die Schulbildung ist meistmiserabel. Wir haben 15/16/17-jährige, die kaum lesen und schreiben können. Wo finden sie Anschluss, wenn nicht bei uns? Am Strand – und dort sind sie bald Ziel und Opfer von Dealern. Dann sind sie verloren. Die Dealer, die grossen und die kleinen, warten auf ihre Opfer.
In der Werkstatt werkeln und arbeiten und versuchen die Jugendlichen, Motoren, Apparate, Geräte… eher grobe Sachen, kennen zu lernen. Nicht darüber reden, sondern „etwas“ machen: auseinander nehmen,  zerlegen, Teile und Funktion prüfen, flicken, probieren, einsetzen, testen…. funktioniert es nun?
Bis zur Pandemie kam wöchentlich ein Fachmann und erklärte, lehrte, zeigte, korrigierte, ermunterte, lobte… Jetzt kann er (vorläufig) nicht mehr kommen, sonst darf er im Betrieb, woher er kommt, nicht mehr arbeiten. Da hilft „der GOOGLE“! Da hilft der Gedanken- und Erfahrungsaustausch – und da hilft das… „Atelier“. Hierherbringen wir die Handys, iPhones, Smartphones, Tablets, Notebooks, auch defekte Radios, Hörgeräte, Wand- und Sack- und Taschenuhren… eher feine Gegenstände: Die Batterie einer Uhr wechseln, das Armband, die Krone, den Steg …. austauschen und ersetzen, die Uhr öffnen, hineinschauen, putzen, reinigen, polieren, ausprobieren…. Jauchzen vor Freude, wenn die Uhr läuft… und auch ein wenig prahlen, wenn´s gelungen ist.

Das gilt auch mit den elektronischen Geräten. Wenn der GOOGLE funktioniert, werden Erkenntnisse und Erfahrungen ausgetauscht (siehe Werkstatt) – und wird natürlich das eine oder andere Video heruntergeladen! Nur bei uns?? Auch hier im „Atelier“ fehlt gegenwärtig der „Fachmann“, der erfahrene Uhrmacher. Wenn dann die Pandemie vorüber ist – in Salvador – bald???



 Instruktion bei www: HESS UHREN

Ja, und wen nein Jugendlicher weder am einen noch am andern Freude hat und keine Begabung? Bei uns in Europa soll es das ja auch geben! Was also bei uns? Warum nicht sich freuen an Pflanzen und Tieren, an Rüebli und einem Hasen, an Salat und Lauch und Schnittlauch, am Kochen und Backen und… am Kleider Waschen, am Mörtel Anrühren??? Sie dürfen, sie wollen, sie sollen…. Sie sollen ihre Neigungen und Talente entdecken. Erst so kommt Freude auf. Und wahre FREUDE gehört doch zum Leben. Trauer gibt es überall, wir aber wollen FREUDE vermitteln.